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Die Chinesen nennen die Mauer wan li chang cheng, was soviel wie 10.000 li lange Mauer bedeutet. Ein li entspricht 500m. Somit wäre die Mauer 5.000km lang. Das ist aber zu wenig. Doch wan bedeutet auch "unendlich", was wiederum zuviel wäre. Die meisten Schätzungen liegen bei etwa 6.800km.
Der Staat Chu errichtete bereits um 656 v. Chr. einen Schutzwall, um sich verschiedenen Angriffen zu erwehren.
Chinas erster Kaiser Qin Shi-Huangdi (221 - 207 v. Chr) verbindet einzelne Schutzwälle zu einer grossen Mauer.
Während der Han-Dynastie erreichte
die Mauer eine Gesamtlänge von 10.000km.
Mit dem Zusammenbruch der Dynastie verlor die Mauer an Bedeutung.
Mit Gründung der Ming-Dynastie wurde
der Bau der Mauer wieder aufgenommen.
Hunderttausende von Soldaten und Zwangsarbeitern waren mit dem Bau der Mauer
beschäftigt. Die Leichen, der beim Bau der Mauer ums Leben gekommenen Arbeiter,
wurden im Inneren der Mauer vergraben.
Der Querschnitt der Mauer: An der Basis beträgt die Tiefe im Schnitt 7m, an der Krone 6m. Ihre Höhe beträgt zwischen 7 und 9m, stellenweise sogar 16m.
Durch ein ausgeklügeltes Signalsystem mittels Feuer, Rauch, Licht und Spiegeln wurden Nachrichten übermittelt.
Mit Gründung der Qing-Dynastie verlor die Mauer an Bedeutung und begann langsam zu verfallen.
Die große Mauer kann man nicht vom Mond aus sehen. Dafür ist sie viel zu schmal.
Die große Mauer ist 500km länger als bisher angenommen. Vor kurzem wurden in der Wüstenregion Lop-Nur weitere Teile gefunden. Von führenden Experten wurden diese Teile eindeutig der grossen Mauer zugeordnet. Dadurch muss die Gesamtlänge auf 7.200 km korrigiert werden.
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Die vielgestellte Frage: Wann wurde die große Mauer gebaut?
Hierzu gibt es kein eindeutiges Datum. Der erste Schutzwall wird 656 v. Chr.
erbaut. Der Staat Chu errichtete ihn, um sich der Angriffe Qis zu
erwehren.
Während der Zeit der streitenden Staaten (474 - 221 v. Chr) liessen die Nordstaaten eine Kette von Bastionen gegen einfallende Reitervölker errichten. Nach der Einigung des Reichs, durch Qin Shi-Huangdi (259 - 210 v. Chr.) verfügte er bereits über mehrere Mauergürtel. Diese Mauerteile liess er nun verbinden und schuf damit ein einzigartiges und gewaltiges Bauwerk mit über 5.000 km Länge. Sie erstreckte sich in etwa vom heutigen Shenyang bis weit in die Provinz Gansu.
In der darauffolgenden Han-Dynastie (206 v. Chr. - 221 n. Chr.) wurde die Mauer, um das Reich vor den ständigen Angriffen der Hunnen zu schützen, bis nach Dunhuang verlängert. In dieser Zeit erreichte Sie eine Gesamtlänge von 10.000 km.
Nach dem Zusammenbruch der Han-Dynastie (221 n. Chr.) verlor dieses gewaltige Bauwerk seine Funktion und es wurden wieder unter den entstehenden Staaten neue Mauern errichtet.
Etwa 1.100 Jahre später zu Beginn der Ming-Dynastie (1368 - 1644) liess Kaiser Hongwu (1368 - 1398) die einzelnen Mauerteile erneut zu einem einzigen riesigen Bauwerk verbinden. Diese Bauarbeiten dauerten bis ins 16. Jahrhundert hinein.
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Mit Beginn der Qing-Dynastie (1644 - 1911) verlor die Mauer ihre Funktion als Schutzwall, da sie nun mitten durch das riesige Reich verlief, und sie begann langsam zu verfallen. Mitte des 20. Jahrhunderts besann man sich erst wieder dieses grossartigen Erbes. Interessante Mauerabschnitte werden seitdem nach und nach restauriert.
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Schon früh spielten in China Mauern eine wichtige Rolle. Sowohl bei der Verteidigung von Städten als auch von ganzen Ländern.
Ca. 1100 v. Chr. übernahm die Zhou-Dynastie die Macht. Im
Verlauf der Zeit sank die Macht des Kaisers und einzelne Staaten rissen immer
mehr die Macht an sich. Etwa 400 Jahre später teilten sich dann 7 Staaten
das Reich.
Die 7 Staaten Qi, Chu, Yan, Han, Zhao, Wei und Qin kämpften nun um die
Vormachtstellung im Reich. Während der Zeit der kämpfenden Staaten errichtete
der Staat Chu um 656 v. Chr. als erster einen Schutzwall, um sich der Angriffe
Qis zu erwehren. Einige andere Staaten folgten diesem Beispiel. Insbesondere
mussten sie sich vor den "Barbaren" nomadisierender Steppenvölker
schützen, die im 4. Jahrhundert v. Chr. von Norden her einzufallen drohten. So
entstanden nach und nach zahlreiche einzelne Schutzwälle.
238 v. Chr. übernahm der Prinz der Qin in seinem Staat die
Macht. Getrieben von der Idee eines chinesischen Großreiches, eroberte er
zwischen 230 und 221 v. Chr. die umliegenden Staaten. Nachdem er alle Gegner
ausgeschaltet hatte, erhob sich der König von Qin im Jahre 221 v. Chr. zum
ersten Kaiser von China, Qin Shi-Huangdi. Nach und nach liess er die
Schutzwälle der ehemaligen Staaten Yan, Zhao und Qin miteinander verbinden. So
schuf er ein gewaltiges, ca. 5.000km langes Bauwerk, das in etwa vom heutigen
Shenyang bis weit in die Provinz Gansu reicht.
Der entscheidende Schutz gegen die Feinde aus dem Norden war allerdings nicht
die Mauer allein, sondern eher die in bzw. an ihr stationierten Soldaten. Die
Versorgung der Truppen, die jetzt relativ zersplittert über Tausende von
Kilometern verteilt waren, brachte oft grosse Probleme und Engpässe mit sich.
Ausserdem wurden auch viele Soldaten oder sogar Gefangene an entlegene Winkel
der Mauer zur Verteidigung strafversetzt, was oft zu einer sehr geringen
Verteidigungsfähigkeit bzw. Disziplin an einigen Stellen führte. Sogar von
Korruption wird berichtet.
| Während der Han-Dynastie musste die Mauer, um das Reich vor den
ständigen Angriffen der Hunnen zu schützen, bis Dunhuang verlängert werden.
In dieser Zeit erreichte der Schutzwall eine Gesamtlänge von 10.000km. Trotzdem
konnten es die Chinesen nicht verhindern, dass die zunehmend erstarkten Hunnen
immer wieder ins Reich einfielen. Erst unter Kaiser Wu-Ti gelangte das Reich
wieder zur alten Stärke zurück. Die Hunnen wurden stark zurückgedrängt und
das chinesische Reich sogar bis weit nördlich der grossen Mauer und nach Korea
ausgedehnt. |
Der Grund warum die nördlichen Stämme immer wieder versuchten die Mauer zu
durchbrechen und weiter nach Süden vorzustossen, war das ständig wachsende
Wohlstandsgefälle. Das hochentwickelte, fruchtbare und sehr reiche Südchina
war geradezu ein perfekter Eroberungsort für die Reiternomaden aus dem Norden.
So kam es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu Invasionen, da auch die grosse Mauer als Verteidigungsbastion oft zu schwach besetzt war.
Als 220 n. Chr. die Dynastie zusammenbrach, verlor die gigantische Mauer ihre
Funktion. Die im einzelnen daraufhin entstandenen Staaten errichteten nun
wieder, je nach Bedarf, ihre eigenen Mauern.
In den folgenden Jahren wurde das chinesische Reich immer wieder
von Bürgerkriegen erschüttert, so dass auch die nördliche Grenze nicht immer
ausreichend verteidigt werden konnte. Die einfallenden Hunnen, Awaren,
Turkvölker und später mongolischen Stämme verstärkten dazu noch die Kämpfe
im chinesischen Kernland. In einer Zeit relativen Friedens ab ca. 626 n. Chr.
wurde die bis dahin zum Teil völlig zerstörte und verfallene Mauer angeblich
von über einer Million Arbeitern wieder renoviert und vollkommen repariert.
Durch alle Eroberungen und Unterwerfungen in den letzten Jahrhunderten
erstreckte sich das chinesische Reich im Jahr 668 schließlich von der Mongolei
und Mandschurei bis nach Vietnam und von der westlichen Küste bis hinein nach
Kaschmir und Zentralasien.
Die grosse Mauer wurde in dieser Zeit durch Arbeiter und Militär in einem sehr
guten und abwehrbereiten Zustand gehalten. Alle Feinde an den Grenzen des
Riesenreiches waren zu dieser Zeit keine lokale Gefahr. Auch die Struktur der
Mauer veränderte sich in Laufe der Zeit. Es gab erste Ableger in der
Nord-Süd-Richtung die im Laufe der Jahrhunderte immer mehr verbunden wurden.
Das achte Jahrhundert gilt in der chinesischen Geschichte als eines der goldenen
Zeitalter. Alle Bereiche der Politik, Wirtschaft und Kultur erlebten einen
erheblichen Aufschwung in dieser Zeit. Leider erhöhte sich auch die Macht
einiger Armeegeneräle, von denen schliesslich einer, nämlich An Lushan,
versuchte, durch einen Putsch die gesamte Macht an sich zu reissen. Es folgte
ein längerer Bürgerkrieg, bei dem An Lushan zwar besiegt, aber das Land auch
zum Teil stark verwüstet wurde. Eine weitere Konsequenz des Bürgerkrieges war
ein weiterer Machtzuwachs der siegreichen Generäle, die allmählich so etwas
wie Gouverneure bzw. autonome Herrscher über die einzelnen Provinzen wurden und
sich am Ende untereinander bekämpften. Das starke zentral verwaltete und
mächtige chinesische Reich wurde so allmählich nach aussen hin immer
anfälliger gegen die Feinde an den Grenzen.
So konnte auch die verbesserte Mauer später nicht verhindern, dass die
Mongolen, die sich bereits nördlich der Mauer in den letzten Jahrhunderten ein
mächtiges Reich aufgebaut hatten, schliesslich doch in China einfielen, die
herrschenden Dynastien besiegten und schliesslich ganz China unter Jahrhunderte
lange mongolische Herrschaft brachten.
Als es schliesslich den Mongolen unter Dschingis Khan gelang, das chinesische Reich zu unterwerfen, verlor die grosse Mauer als Abwehrbollwerk letztendlich an Bedeutung. Im mongolischen Grossreich befand sie sich ja inmitten des Landes. Die Mongolen errichteten zunächst eine Fremdherrschaft. Sie nahmen aber auch im Laufe der Zeit viele der chinesischen Errungenschaften an bzw. passten sie ihre eigene Kultur an. Letztendlich fand eine Art Symbiose zwischen den Chinesen und den Mongolen statt. Die grosse Mauer hatte seitdem nur noch einen symbolischen Charakter.
Im Jahre 1368 nutzte ein Bauer aus der heutigen Provinz Anhui,
die durch Bauernaufstände geschwächte Lage der Yuan-Kaiser und gründete die
Ming-Dynastie.
Unter seiner Herrschaft wurde die Mauer erneuert und verstärkt. Er schaffte es
auch die Mongolen hinter diesen gigantischen Schutzwall wieder
zurückzudrängen.
Die Bauarbeiten zogen sich bis ins 16. Jahrhundert hinein.
Wie bereits zu Zeiten Qin Shi-Huangdis arbeiteten hunderttausende Soldaten und
Zwangsarbeiter an der Fertigstellung des Schutzwalls. Ergänzt durch zahlreiche
Festungen, Aussichts- und Wachtürme (ca. alle 180m und 12m hoch), schufen sie
zwischen Shanhaiguan und Jiayuguan einen einzigartigen ca. 6.500km langen
Verteidigungswall, dessen Abmessungen genauso gigantisch sind. An der Basis war
die Mauer im Schnitt 7m tief, an der Krone 6m. Die Höhe beträgt zwischen 7 und
9m, erreichte an manchen stellen sogar 16m. Die Mauer war so breit, dass fünf
Pferde bequem nebeneinander Platz hatten.
Die Aussenwände der Mauer bestehen aus gemauerten Bruchsteinen, doch ins Innere
der Mauer wurde alles verfüllt, was gerade vorhanden war. Erdreich, Steine,
abgeholzte Bäume und sogar die Leichen der beim Bau ums Leben gekommenen
Arbeiter. William Lindsay, einer der besten Kenner der großen Mauer, hat bisher
aber noch nie menschliche Knochen gefunden. Nach seinen Aussagen besteht die
Mauer nur aus Mörtel, Steinen, Metall-Stücken und Porzellanscherben.
Als Abschluss wurde die Krone der Mauer mit drei bis vier Ziegelsteinschichten
befestigt. Um jeden Pflanzenwuchs zu verhindern, wurden die Fugen mit Kalk
ausgegossen. Ein spezielles Rinnensystem sorgte für den Ablauf des
Regenwassers.
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Entlang der Mauer wurden insgesamt neun Militärkommandanturen, die direkt dem
Kaiser unterstellt waren, eingerichtet. Sie hatten die Aufgabe, die
Verteidigungsbereitschaft entlang der Grenzregionen aufrechtzuerhalten. Sie
nutzten die Mauer zum (Truppen-) Transport ebenso, wie zur Kommunikation. Die
Nachrichtenübermittlung erfolgte von Wachturm zu Wachturm durch ein
ausgeklügeltes Signalsystem mittels Feuer, Rauch Licht, Flaggen und Spiegeln. |
Dadurch konnten innerhalb weniger Stunden Nachrichten über Hunderte von
Kilometern übermittelt werden.
Ende des 15. Jahrhunderts entstanden dann allerdings Schwierigkeiten, die die
Ming-Herrscher schwächten. Im Norden drohten die Mongolen, die Ostküste wurde
von japanischen Piraten verunsichert. Auf dem Lande führte ständig
anwachsender Grssgrundbesitz zum Ungleichgewicht. Auch durch Streiks und
Arbeiterbewegungen litt die Autorität des Kaisers. Letztendlich trieben ihn die
gegnerischen Armeen in den Selbstmord.
Diese Schwächung des Ming-Reiches nutzten die Mandschuren, um Nordchina zu besetzen und im Jahre 1644 die Qing-Dynastie (1644 - 1911) zu gründen. Da die Mauer nun mitten durch das riesige Reich verlief, verlor sie mehr und mehr an Bedeutung und begann langsam zu verfallen.
Seit dieser Zeit hat die Mauer nur noch symbolische Bedeutung. In der heutigen Zeit ist sie nur noch eine Touristenattraktion und ein monumentales Zeugnis alter chinesischer Baukunst. Aber alleine durch ihre gigantischen Dimensionen ist sie auch heute noch ein aufsehenerregendes Bauwerk, das in der Geschichte der Menschheit, einzigartig war, ist und wohl auch bleiben wird.
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Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen hat die Regierung die
Genehmigung erteilt, das Tal nördlich von Peking für den Massentourismus zu
erschliessen.
Dies hat zur
Folge, dass die Familien in den umliegenden Dörfern alle umgesiedelt werden
müssen. Seit 100 Jahren leben die Familien hier. Sie wollen nicht weg. Es ist
ruhig, das Klima ist angenehm, und die Luft ist viel besser als in der Stadt.
Wenn sie in die Stadt gehen, kostet allein die Zuzugsgebühr pro Person 5.000
Yuan (ca.2.500.-- DM). Woher soll eine Bauernfamilie das Geld nehmen?
| Badaling, rund 60km von Peking entfernt und über eine Schnellstrasse zu erreichen, ist die Hochburg des Mauer-Tourismus. Die Mauer ist hier rekonstruiert. Kaum ein Stein ist noch original. Der Zugang zur Mauer ist bequem ausgebaut. Eine breite Auffahrt endet auf einem riesigen Parkplatz, wo die Touristenbusse mit laufendem |
Motor stehen, damit die Fahrer im gekühlten Inneren warten können. Ein betonierter Weg führt zu einer Seilbahn, die die Menschen auf die Mauer schaufelt. Chinesische Freiluft-Restaurants, amerikanische Fast-Food-Ketten und jede Menge Souvenierstände säumen den Pfad.